Ö1: Computer als Schleusenwärter?

Gestern hatte ich das Vergnügen bei Xaver Forthuber in „Punkt Eins“ auf Ö1 über Algorithmen zu reden. Mit mir zu Gast war Robert Trappel, Vorstand des österreichisches Instituts für Künstliche Intelligenz. 

Die Kurzversion: Wir hatten Spaß, es war spannend und es gab ein Radiohead Cover im Musikprogramm.

Die Langversion: Gibt es hier!

Programmhinweis: http://oe1.orf.at/programm/20170522

Gegen das Networking – oder: warum ich mein Leben zurück will.

Es ist normalerweise nicht mein Art, persönliche Dinge breitzutreten – denn eigentlich hasse ich diese vor Melancholie und Pathos triefenden Selbstoffenbarungen. Aber vielleicht kann ich so ein wenig den Gap zwischen Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung schließen.

Die Vorgeschichte: Nach längerer Vorbereitungszeit habe ich die Agenturbranche verlassen. Das ist gut so und war notwendig. Denn es hat sich ziemlich auf meine Gesundheit geschlagen. Einen großen Anteil daran hatte das, was man gerne „Networking“ nennt. Networking hat große Vorteile, man lernt viele wirklich spannende Menschen kennen, und um eine Agentur erfolgreich zu führen, braucht man ein Netzwerk.

Aber in den letzten Jahren – und wie es mir vorkommt – besonders stark in der Agentur/Digitalbranche, hat Netzwerken ein Ausmaß angenommen, das mir klar gemacht hat: Das geht sich für mich alles nicht mehr aus. Ich hatte nicht mehr den Eindruck, zu netzwerken – sondern genetzwerkt zu werden. Und da rede ich gar nicht davon, wieviele Arbeitszeit für (sinnbefreites) Netzwerken draufgeht.

Natürlich weiß ich, dass es meine eigene Schuld ist, wenn ich mich hier nicht ausreichend abgrenzen kann – oder konnte. Es war mir nur lange nicht bewusst, wie die Dinge zusammenspielen.
Dass Netzwerken und Menschen und Kommunikation in so einem Ausmaß introvertierten Menschen (ja, ich bin introvertiert – nein, das bedeutet nicht schüchtern), die Energie rauben kann.

Denn wenn ich nicht ausreichend Zeit für mich selbst habe, dann kommt mein Kopf nicht zur Ruhe.
Wenn mein Kopf nicht mehr zur Ruhe kommt, schlafe ich schlecht.
Wenn mein Kopf nicht mehr zur Ruhe kommt und ich schlecht schlafe, bin ich gestresst.
Wenn ich gestresst bin – wenn Frauen gestresst sind – erhöht sich ihr/mein Risiko für Depressionen. Genauer gesagt: Stress ist die Hauptursache für Depressionen bei Frauen.

Ich hab mehrere Jahre mühsam daran gearbeitet, mein Leben zurück zu bekommen. Und ich mag es und möchte es behalten.

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Darum mache ich keine „Nur so mal auf ein Bier gehen“-Termine mehr mit Leuten, die ich nicht als Freunde bezeichnen würde. Dass man mich deswegen übrigens als arrogant bezeichnet, stört mich nicht im geringsten.

Denn ich hätte nämlich gerne ein Leben außerhalb der Branche. Die „Branche“ ist nicht mein „Freund“, und auch nicht meine „Familie“. Es gibt naturgemäß Überschneidungen. Aber gar nicht so viele wie ich manchmal dachte.

Euch allen, die es bis hierher geschafft haben: Danke für die Aufmerksamkeit.
Und ein noch größeres Dankeschön für’s Nicht-Treffen! Bussis!

PS: Wer mit mir in Kontakt bleiben will: How about Social Networking? Möglicherweise genau der Grund, warum’s das überhaupt gibt …

„Google vs. Facebook“ in ORF ECO

Einmal geht’s noch! Gestern durfte ich (in einem schon vor einigen Wochen) gedrehten ECO Beitrag ein wenig was zur Facebook Werbung sagen; ebenso zu deren Retargeting -Möglichkeiten und Möglichkeiten der Zielgruppensegmentierung.
Der Beitrag ist eine Woche, als bis zum 20. April, hier aufrufbar.

Und damit ist meine Agenturkarriere offiziell abgeschlossen! (YEAH!)

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Strache vs. Kurz auf Facebook – und: ORF Report vom 7. März

Heinz-Christian Straches Facebook Seite ist ein beliebtes Thema bei Österreichs Berichterstattern und ich durfte schon einige Interviews zu diesem Thema geben, zuletzt auch ausführlicher im Standard.

Diesmal habe ich für den ORF Report die Facebook Seite von Strache analysiert, hier geht es zum Beitrag: ORF Report (Online bis zum 14. März 2017).

report

Übrigens ist mir im Zuge der Analyse aufgefallen, dass Strache seit September seinen Anteil an Facebook Fans aus Deutschland von 15 % auf 30 % ausgebaut hat:

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September 2016 (siehe oben) im Vergleich zu 2. März 2017.

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Sebastian Kurz hingegen hatte im September noch kaum Fans aus Deutschland, max. 2 – 3 %.

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Warum, das wissen natürlich nur die jeweiligen Herrn selbst! Mögliche Gründe: Kurz und Strache matchen sich darum, wer am meisten Facebook Fans hat – und dafür geben sie nicht wenig Geld für „Like Ads“ auf Facebook aus. Und um die Gesamtzahl möglichst nach oben zu bewegen, ohne dass die Kosten explodieren, muss man eben auch die „Freunde von Freunden“ oder vielleicht die „Freunde der AFD“ mitnehmen. Oder kommt alles nur von den vielen Medienauftritten in Deutschlands Talkshows? Eher nicht, oder nur geringfügig. Hätte die klassische Medienberichterstattung Einfluss auf die Like-Zahlen, müsste auch Christian Kern viele deutsche Fans haben; nicht zuletzt danke der Einladung zum politischen Aschermittwoch der SPD. Hat er aber nicht.

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Spannend jedenfalls, wie das Match Strache versus Kurz weitergeht, und ob Christian Kern hier auch bald aufschliesst – oder in seiner Datenstrategie lieber auf User setzt, die auch in Österreich wählen dürfen – statt auf den Egowert einer Facebook- Fanzahl.

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Alle Fanzahlstatistiken mit Länderauswertung übrigens vom SternTV-Like-Check. Und die letzte von Fanpage Karma.

PRVA Person des Monats November 2016

Judith Denkmayr, Foto Credit: Ursula Hummel-Berger, ORF

Der PRVA war so nett, mich als Person des Monats zu featuren, nicht zu letzt aufgrund meiner  bundespräsidentschaftsdauerwahlkampfbedingten Medienpräsenz. Danke!

Hier die Huldigung im Volltext:

„Für das „Neuland“ Internet hat niemand eine Landkarte, aber sie scheint zumindest einen Kompass zu haben. Wer in Österreich Erklärungsbedarf in Sachen Web im Allgemeinen und hinsichtlich Sozialer Netzwerke und Online-Kommunikation im Besonderen hat, wird unweigerlich bei Judith Denkmayr landen. Dabei ist sie eine Gerade-Nicht-mehr-Digital-Native und vielleicht ist genau das ihr Erfolgsgeheimnis: Ihre Erfahrung als Journalistin in „Old- und New-Media“ hilft ihr, die neuen Medien und alles was für Unternehmen, Organisationen und Personen dazugehört, in einen größeren Kommunikationskontext einzuordnen.

So war auch ihr erstes, großes Social-Media-Projekt gleich ein integriertes Projekt: Das Digital-Konzept zur ATV Politik-Sendung „Am Punkt“, einem innovativen Politik-Talk, der dem Sender viel Lob einbrachte – und schließlich zur Gründung der Agentur Digital Affairs führte. Von 2010 an war die Digital Agentur, die auf strategische Kommunikationsberatung ausgerichtet war, die erste Anlaufstelle für jene, bei denen Kommunikation nicht gleichbedeutend mit Werbung ist. Und eigentlich, meint Judith Denkmayr, hätte sie für ihre Kunden sehr oft auch den Platz eines Change Agents eingenommen, denn Social Media Kommunikation hat die Digital Transformation zur Hintertüre in die Unternehmen geholt. 2014 hat sie ihre Agentur an den VICE-Konzern in Österreich verkauft, wo sie nun für die Unternehmenskommunikation – aber auch ein wenig für die Innovation zuständig ist. Und als Speakerin und wortgewandte Beraterin sieht man sie schon mal im Bundesrat zum Thema „Digitale Courage“ sprechen oder bei „Im Zentrum“ zum Thema Social Media im Bundespräsidentschaftswahlkampf oder zum Thema Cat-Content, wo immer sich ihr die Gelegenheit bietet.“

Judith Denkmayr – PRVA Person des Monats November.